Telecom Italia plant keine Übernahmen in Deutschland

17. August 2007 by dsl-portal.net
 

Das durch die Marke Alice bekannte Telekommunikationsunternehmen Hansenet ist nicht daran interessiert, den Mobilfunk- und DSL Anbieter Freenet zu übernehmen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Da auch andere Mobilfunk- und DSL Provider wie beispielsweise United Internet kein Interesse an einer kompletten Übernahme von Freenet haben, werde in der Branche nun erwartet, dass sich ein Mobilfunk- und ein DSL Anbieter zum Kauf des Unternehmens zusammentun, um danach die Mobilfunk- und die DSL Sparte voneinander zu trennen. Derzeit sucht eine Investmentbank für Freenet nach potentiellen Käufern.

Vier oder fünf DSL Anbieter bleiben am Ende übrig

Hansenet, die deutsche Tochtergesellschaft der Telecom Italia, hatte im März dieses Jahres die deutsche DSL-Sparte von AOL übernommen. „Mit AOL haben wir schon eine ordentliche Größe erreicht, um Synergien zu erschließen. Gespräche mit Freenet führen wir nicht, da deren Mobilfunkgeschäft nicht zu uns passt“, sagte der Geschäftsführer von Hansenet Harald Rösch der Zeitung. Er rechne damit, dass sich der deutsche DSL Markt weiter konsolidieren wird. „Am Ende werden vier oder fünf große DSL Anbieter und einige lokale Unternehmen übrigbleiben:“ Denkbar sei, dass Hansenet in Zukunft intensiv mit dem Mobilfunk- und DSL Anbieter o2 zusammenarbeiten werde, da sich Telefónica, die spanische Konzernmutter von o2, an Telecom Italia beteiligt habe. Das Wachstum auf dem deutschen DSL Markt werde sich vorerst nicht abschwächen, so Rösch. Jedoch hätten sich im letzten Quartal die Gewichte zwischen der Telekom und ihren Konkurrenten zugunsten des Marktführers verschoben.

Telecom Italia hat zehn Millionen Breitbandkunden

Telecom Italia kämpft inzwischen auch in den Niederlanden mit der Marke Alice um DSL Kunden und nutzt dabei laut FAZ die Infrastruktur der Tochterfirma BBned. Gesteuert werde das DSL Geschäft in den Niederlanden von Rösch, demzufolge schon jetzt 70 Prozent der niederländischen Haushalte über einen Breitband Anschluss verfügten, die Hälfte davon über das Kabelnetz, weswegen Telecom Italia dort mit einem aggressiveren Angebot in den Markt eintrete als hierzulande. Wie die FAZ weiter berichtet, ist Telecom Italia zudem bereits in Frankreich tätig und hat im Breitbandgeschäft rund zehn Millionen Privatkunden unter Vertrag. Laut Rösch analysiere die Gesellschaft derzeit Pläne, in weitere Märkte einzusteigen, und wolle diese innerhalb der nächsten sechs Monate bekannt machen.

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