Aufwärtstrend im europäischen Kabelmarkt
Der heute in Berlin vorgelegte Branchenreport der Beratungsfirmen Screen Digest und Goldmedia belegt einen Aufwärtstrend auf dem europäischen Kabelmarkt. Der Studie zufolge hat das Kabel als Verbreitungsweg für Medieninhalte in Europa in den letzten 5 Jahren einen signifikanten Aufschwung erlebt. Seit 2000 habe die Kabelindustrie ihren Gesamtumsatz auf rund 17 Milliarden Euro Ende 2006 verdoppelt. Es seien vor allem das Breitband-Internet und die Kabel-Telefonie, die neben neuen Angeboten im Bereich des digitalen Fernsehens Wachstumsimpulse schaffen. Der Report, der in Zusammenarbeit mit der ECCA entstand, analysiert detailliert den Status von 120 Kabelnetzbetreibern in 22 Ländern Europas.
40 Prozent des Kabel-Gesamtumsatzes durch Internet und Telefonie
Die Entwicklung auf dem europäischen Kabelmarkt verlaufe in den einzelnen Ländern zwar sehr unterschiedlich, der Gesamttrend jedoch sei eindeutig positiv: Die Anzahl der Nutzer von Kabel-Internet habe sich von 2005 bis 2006 um 27 Prozent erhöht und die Anzahl der Nutzer von Kabel-Telefonie um 21 Prozent. Internet- und Telefonie-Dienste hätten im Jahr 2006 zusammen bereits 40 Prozent des Kabelumsatzes erzielt. Im Jahr 2000 seien es nur 22 Prozent gewesen.
Chanchen in DSL-dominierten Märkten
Gute Marktchancen würden Internet und Telefonie den Kabelbetreibern vor allem in den von DSL dominierten Märkten wie Deutschland bieten. Die Kabelanbieter seien hier gegenüber den Wiederverkäufern von DSL Produkten gut aufgestellt, da sie über ihre Infrastruktur mehrere Dienste anbieten und die Wettbewerbsvorteile an die Kunden weitergeben könnten. Zudem würden Internet und Telefonie höhere Umsätze pro Kunde ermöglichen als die klassischen Fernseh-Produkte. In Deutschland seien die Penetrationsraten von Internet und Telefonie über das Kabel jedoch noch relativ unterentwickelt. „Der Grund ist die besondere Struktur des deutschen Kabelmarktes“, erläutert Goldmedia-Berater Michael Schmid. „Wenn die Kabelnetzbetreiber ihre Netze für Internet und Telefonie ausbauen, erreichen sie in vielen Fällen nur den Keller des Wohnhauses. Die Wohnung des Kunden an sich kann oftmals nicht angeschlossen werden, weil die letzten Meter bis zur Wohnung noch nicht ausgebaut sind oder weil Uneinigkeit über die Vermarktung der Produkte mit dem Besitzer der Hauskabelnetze besteht.“
Rubrik Verschiedenes
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